RÜCKBLICK

Wussten Sie das schon...?

Ein legendäres Bild der Rekrutenvereidigung im Bremer Weser-Stadion: der "Steineschmeißer" vom 6. Mai 1980 (Foto: Thomas Grziwa / DocuMoments.de)
Ein legendäres Bild der Rekrutenvereidigung im Bremer Weser-Stadion: der "Steineschmeißer" vom 6. Mai 1980 (Foto: Thomas Grziwa / DocuMoments.de)

Update: Exakt 30 Jahre später findet im Mai 2010 in Bremen eine Konferenz der Uni Bremen zu diesem Themenkomplex statt: "This Town Is Gonna Blow..." European Protest Movements and Society in the 1980s"

Das Plakat zur Konferenz...(Layout: Myriam Nöding, 2010)
Das Plakat zur Konferenz...(Layout: Myriam Nöding, 2010)

6. bis 8. Mai 2010: Dreißig Jahre nach den Bremer "Bundeswehrkrawallen" widmet sich eine internationale wissenschaftliche Konferenz europäischen Protestbewegungen der achtziger Jahre.

Als am 6. Mai 1980 die Bundeswehr eine Rekrutenvereidigung im Bremer Weserstadion abhielt, kam es in der Nähe des Stadions zu Straßenschlachten bisher unbekannten Ausmaßes zwischen Demonstranten, Feldjägern der Bundeswehr und der Polizei.

Im Folgenden zur Geburtsstunde der deutschen Autonomen (v)erklärt, stellte dieser inner city riot zugleich ein europäisches Phänomen dar.

Eine Woche zuvor hatten Amsterdamer Hausbesetzer den Krönungstag zum Anlass für zahlreiche Besetzungen und den Bau von Barrikaden genommen, und während es Ende Mai in Zürich zu den so genannten Opernhaus-Krawallen kam, wurde Großbritannien nur kurze Zeit später von race riots in mehreren Städten erschüttert.

Die Bremer Bundeswehrkrawalle scheinen somit Teil einer neuen Protestbewegung in Westeuropa gewesen zu sein... (aus dem Veranstaltungsflyer).

Flyer und Plakat zur Ausstellung: Gestaltung durch Myriam Nöding im Auftrag der Uni Bremen.

 

 

SPIEGEL-TITEL (13/1981)
SPIEGEL-TITEL (13/1981)

1980: 6. Mai

Die offizielle Rekrutenvereidigung im Bremer Weser-Stadion wird begleitet von Demonstrationen, die sogar international für Schlagzeilen sorgten. Grziwa: "Damals habe ich ein Bild gemacht, das es zum SPIEGEL-Titel brachte (siehe oben), groß in der ZEIT abgedruckt wurde, in vielen anderen Blättern erschien, als Plakat-Motiv auftauchte - und das ich jüngst in einem Video-Clip einer amerikanischen Band auf youTube wiederfand. Ein anderes Motiv kaufte die Nachrichten-Agentur AP und veröffentlichte es weltweit (die Belegexemplare weisen u. a. japanische und arabische Schriftzeichen auf...) Warum diese Aufmerksamkeit? Diese Demo demonstrierte wohl für viele internationale Beobachter, dass Deutschland nicht das Land von Ruhe und Ordnung war... für das es sich selber hielt.

Inspiriert durch das Original-Foto setzten wir kurz darauf (als Auftragsarbeit) ein provokatives Remake dieses Motives mit den damaligen Spitzen-Politikern Strauß, Schmidt und Genscher (natürlich als Montage) in Szene. Das Ergebnis: ein bemerkenswertes, optisch überraschendes Plakat, das in den 80-er Jahren in vielen WGs hing." 

(Archivbilder folgen)

 

Eine außergewöhnliche Affäre: Barschel und Pfeiffer... (STERN-Titelfoto: Thomas Grziwa)
Eine außergewöhnliche Affäre: Barschel und Pfeiffer... (STERN-Titelfoto: Thomas Grziwa)

1987

Die so genannte "Barschel-Pfeiffer-Affäre" macht Schlagzeilen. Bildmaterial ist knapp, die Spekulationen blühen. Grziwa: "Redaktionen und Rechercheure kommen auf mich zu, konkurrieren um die besten Bilder. Zufällig hatte ich Jahre zuvor mit Reiner Pfeiffer in einer Redaktion zusammen gearbeitet, ihn eher beiläufig (intuitiv?) dabei auch fotografiert. In einem nächtlichen Marathon durchforste ich mein Archiv nach verstreuten Objekten, fliege am nächsten Morgen nach München zum Burda-Verlag... Meine Fotos der rätselhaften Schlüssel-Figur Reiner Pfeiffer erscheinen - in BUNTE, als STERN-Titel und in QUICK (die meldeten sich sehr spät, bekamen nur "Reste"; der Rest gehört zur Mediengeschichte des Bauer-Verlages).

In den Jahren meiner Zusammenarbeit mit Reiner Pfeiffer beim WESER REPORT (1978-1980, meiner ersten Profi-Station nach dem Studium) habe ich viel über seine Persönlichkeit erfahren... und finde an der heutigen Sicht der Dinge noch immer allzu vieles unklar. Barschel und Pfeiffer - da kommt noch was ..."

2000

"Fidel Castro kommt zu Besuch ... in das Hotel unserer 'Delegation' in Havanna. Er will Willi Lemke treffen, damals Präsident der Kultusminister-Konferenz, jetzt Sonderberater des UN-Generalsekretärs; im Gepäck hatte Lemke einen Auftrag vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder. Auf Armeslänge mit einer Legende wie Castro - wann hat man das schon? In einer solchen Situation zu fotografieren, ist auch nicht ohne - und schon gar nicht, wenn man dabei von Castros energischen Sicherheitsleuten kurz aus dem Weg 'getragen' wird, ohne es wirklich zu merken, weil man nur Augen für den Kamera-Sucher hat..."

Fidel Castro im Visier... (Foto: Thomas Grziwa)
Fidel Castro im Visier... (Foto: Thomas Grziwa)

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Thomas Grziwa 2012 (mit Kamera von 1970) Foto: Myriam Nöding
Thomas Grziwa 2012 (mit Kamera von 1970. Foto: Myriam Nöding)
Objektiv betrachtet: Thomas Grziwa 1980
Watch it! Objektiv betrachtet: Thomas Grziwa (1980)

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